Für die Menschen, die mit Cornelia Brügger verbunden sind

 

Viele fragen nach der Abschiedsfeier, sehr viele.

Für Cornelia war es wichtig, dass dieser Abschied in einem Rahmen geschieht, der besonders ihren Kindern hilft.

Eine Feier mit all denen, die kommen möchten, wäre zu viel - und dieses Zuviel wäre nicht in Cornelias Sinn gewesen.

Wir bitten daher um Verständnis.

Weil wir Verständnis für euer Bedürfnis nach einem Abschiedsritual haben, erzählen wir euch, was wir im engsten Kreis geplant haben, damit ihr dasselbe für euch persönlich tun könnt, um von Cornelia Abschied zu nehmen.

 

Wir lesen das Gedicht von Hilde Domin:

 

Der Schmerz sargt uns ein

in einem Haus ohne Fenster.

Die Sonne, die Blumen öffnet,

zeigt seine Kanten nur deutlicher.

Es ist ein Würfel aus Schweigen in der Nacht.

Der Trost,

der keine Fenster findet und keine Türen

und hinein will,

trägt erbittert das Reisig zusammen.

Er will ein Wunder erzwingen

und zündet es an

das Haus aus Schmerz.

 

Erzähle einem Menschen von deinem Vermissen und deinem Bedürfnis, von Cornelia Abschied zu nehmen. Bitte diesen Menschen für dich Reisig zu sammeln. Und dann zündet das Reisig an. Vielleicht wird dann schon ein kräftiger Teil dieses Hauses aus Schmerz verbrannt.

 

Uns bleiben die vielen Erinnerungen, die wir mit Cornelia teilen. In unseren Gedanken, in unseren Erinnerungen und in unserem Herzen ist sie immer da.

 


 

ABSCHIED 15.11.2021

 

Geschätzte Klientinnen und Klienten, liebe Freunde und Familie

Nach einem in vollen Zügen gelebten Leben, nach vielen Jahren des Lernens, Erlebens und mit wertvollen und bereichernden Begegnungen, Erfahrungen und Erlebnissen im Gepäck, habe ich mich nun von der irdischen Welt und meinem Körper verabschiedet. 

Erfüllt und in Dankbarkeit im Rückblick, in Freude und in Frieden nehme ich Abschied und begebe mich auf einen neuen Weg. 

Im Herzen sind wir alle verbunden.


Ich wünsche euch von Herzen alles Liebe, danke euch für euer Vertrauen und die wertvollen Begegnungen.

 

In Liebe und Dankbarkeit

Cornelia

 


Was ist Sterben?

Ein Schiff segelt hinaus und ich beobachte wie es am Horizont verschwindet. Jemand an meiner Seite sagt:

"Es ist verschwunden." 

Verschwunden wohin?

Verschwunden aus meinem Blickfeld – das ist alles. Das Schiff ist nach wie vor so gross wie es war, als ich es gesehen habe. Dass es immer kleiner wird und es dann völlig aus meinen Augen verschwindet ist in mir, es hat mit dem Schiff nichts zu tun.

Und gerade in dem Moment, wenn jemand neben mir sagt, es ist verschwunden, gibt es Andere, die es kommen sehen, und andere Stimmen, die freudig rufen:

"Da kommt es!".

Das ist Sterben.

Charles Henry Brent